Danuta Ahrends
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Kurzgeschichte
Gib
mir ein A
oder
Im Selbstbedienungsladen
morgens um zehn
auf der Leipziger Buchmesse
"Was hätten Sie denn gern?"
"Einen Saft und was zu essen."
"Den O-Saft oder A-Saft?"
Ich stutzte. O- oder A-Saft. Aus Kostengründen? Preisgünstiger,
da zeiteinsparend durch Weglassen von Buchstaben?
Dass mit O und A nicht oral und anal gemeint waren, war mir klar. So gut
kannte ich mich bereits aus in der Abkürzungs-Gastronomie.
Der Kellner legte den Kopf leicht schräg, lächelte ein bisschen
schmal-lippig. "Na?"
"Weder, noch", entgegnete ich. "Am liebsten möchte
ich den K-Saft, aber wenn Sie den nicht haben, tut es auch der G-Saft.
Den hätte ich allerdings am liebsten mit einem E-Würfel. Und
zu essen hätte ich gern das Schnitzel mit den B-Kartoffeln. Und zum
Nachtisch das Stück E-Kuchen, aber ohne S. Und Kaffee. Ohne Z und
M. Und bringen Sie mir bitte alles an den T da hinten. Vielen D."
Ach so. Bezahlen würde ich gern in B. Aber ich hätte dafür
nicht nur den K-Bon, sondern eine R. Für's F-Amt.
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Seite aktualisiert
am:
03.11.2009
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