Diana Kokot

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Bei Wahrenberg

Diana KokotIn dieser Landschaft
kann man atmen lernen.
Nur Ebene
bis zum Ufer des Himmels.
Dort drängen Dächer sich an Feldwegen
und Bäume tragen schweigend
den Abend auf ihren Schultern.
Im Winter zerreißt ihr Aderngeflecht
das violette Licht
das über die Wiesen flutet.
Hinter der grünen Hüfte des Deiches
schläft der Fluss.
An ihm zogen die Vorfahren vorüber
mit stolzem Schritt.
Ihre Gesichter
sind ein Stück dieser Erde.
Nur selten findet man sie
auf Gemälden
statt dessen an den Stubenwänden
die weiten Wiesen.
Sitzt man um den Tisch
in der Dämmerung
wird das Zimmer zur Landschaft.

(entnommen aus dem Lyrikband "An einem Sonntag ohne Zifferblatt",
Ziethen-Verlag Oschersleben 2003)

 

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