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Ulrich BockBiografie| Gedichte| Kurzgeschichte Himmel und Hölle
Wo der Erste trotz Wohlstand, Erfolg und guter Gesundheit ständig klagte, war der Zweite in Bescheidenheit und körperlichem Kränkeln immer zufrieden und vergnügt. Der Erste war viermal verheiratet und eben sooft geschieden, hatte alle sechs Monate eine neue Beziehung und hielt nichts von Treue. Der Zweite war seit langem verheiratet, seiner Frau immer treu und sorgte sich vorbildlich um seine Kinder. Trotz aller Verschiedenheit waren sie gute Freunde oder vielleicht auch gerade deshalb. Der Erste musste nicht vor seinem Freund etwas beweisen, konnte sich einmal locker und natürlich geben, da er wusste, dass es sein Freund niemals nutzen würde. Der Zweite sah in seinem Freund einen Stern zum Aufblicken und Mut machen. Obwohl er sein Verhalten oftmals nicht billigte, bewunderte er seine Stärke und fühlte sich selber dadurch belebt. Jedes Jahr verreisten beide ohne Anhang für ein langes Wochenende auf Herrentour. Die letzte Tour führte sie auf einem Motorrad durch die Altmark. Sie hatten erfahren, dass die Altmark gute und relativ freie Straßen
und somit beste Voraussetzung für einen Geschwindigkeitsrausch bot.
Nach der ersten Rast wechselten die beiden die Plätze. Der ansonsten
vorsichtige Familienvater wollte dem Freunde etwas beweisen und zog das
Tempo in zehn Sekunden auf 150 kmh. Die Straße war trocken und frei,
die Sicht war klar, doch plötzlich kam aus dem Wald eine Rotte Wildschweine.
Der Fahrer bremste scharf, doch Als der Rettungswagen angekommen war, hatten sich beide längst auf
den Weg gemacht. Dieser Weg war ein anderer! Da ertönte über beiden eine Stimme, die ihnen verriet, dass sie zusammen bleiben können. Z: Siehst Du, nun hast Du Dich umsonst gesorgt, nun wird alles gut. Die beiden wurden zusammen durch ein großes Tor geführt. Hinter
dem Tor sah es sehr sonderbar aus. Wege führten über unwirkliche
Wiesen in einem unwirklichen Park. Überall standen Blumen, es flogen
vogelähnliche Wesen und verbreiteten eine wundersame Musik, die von
traulichem Bachgeplätscher den Takt erhielt. Sie schritten nicht
sondern schwebten ganz langsam darüber hinweg. Vor ihnen stand ein
Tisch mit herrlichsten Früchten und Krügen. Alles E: Ich komme nicht vorwärts, das Schweben hindert mich, grässliche Langsamkeit. Ich verstehe nichts! Wir sind beide am selben Ort. Wir hören, sehen und schmecken dieselben Dinge und doch empfindet jeder etwas anderes. Es scheint, als wäre ich in der Hölle und Du wärest im Himmel und doch ist es für uns derselbe Ort. Wie ist das möglich? 6.08.2009
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Seite aktualisiert am: 11.12.2011 |
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Club Altmärkischer Autoren, c/o Thomas Stein |